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Die Ukraine-Woche in Berlin ist eine gemeinsame Initiative der Botschaft der Ukraine in Deutschland und des GIZ-Büros für politische Kommunikation in der Ukraine, um die Entwicklungen in der Ukraine seit den Ereignissen auf der Kiewer Maidan im Winter 2013/14 nachzuzeichnen. Damit soll vier Jahre nach dieser Zäsur in der Entwicklung der Ukraine einer breiteren Öffentlichkeit ein differenziertes Ukraine-Bild vermittelt werden, um unterschiedliche Aspekte des ukrainischen EU-Annäherungsprozesses zu beleuchten. Durch die zeitliche Zusammenlegung von Veranstaltungen verschiedener Träger, welche für die einzelnen Veranstaltungen selbst verantwortlich bleiben, soll insgesamt mehr Aufmerksamkeit für die Entwicklung in der Ukraine erzeugt werden.

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Deutschland sind vielschichtig und facettenreich. Im Gegensatz dazu ist das allgemeine Interesse an der Ukraine äußerst volatil. Die Wahrnehmung der Ukraine in Deutschland ist geprägt von einzelnen Krisensymptomen. Während die öffentliche Aufmerksamkeit zwischen Desinteresse in Zeiten der vermeintlichen Ereignislosigkeit bis hin zu solidarischer Anteilnahme in Zeiten der Krise schwankt, verortet sich das stereotype Bild der Ukraine entlang der vier „K“: Krim, Krieg, Krise, Korruption. Die Auseinandersetzung mit kritischen Entwicklungen in der Ukraine ist notwendig und für beide Seiten zweckmäßig, um die Reformanstrengungen des Landes voranzubringen. Gleichzeitig werden aber mit der Fokussierung auf die vier „K“ Stereotypen fortgeschrieben, die die vielfältigen Realitäten in der Ukraine faktisch ausblenden.

Ein differenzierter, verbreiterter Diskurs über die Wirklichkeiten in der Ukraine ermöglicht nicht nur ein besseres Verständnis, sondern eröffnet und vertieft die Zugänge zu dem schwierigen und anspruchsvollen Entwicklungsweg, den das Land seit 2014 eingeschlagen hat. Beides ist notwendig, wenn es darum geht, die Potentiale der Ukraine für Deutschland und Europa aufzuzeigen, die Perspektiven für die gemeinsamen Beziehungen zu erarbeiten und vor allem: den langen Atem in der Gestaltung von Stabilität in Europa zu stärken.

Ziel der Themenwoche

Aus naheliegenden Gründen standen nach den aufwühlenden Maidan-Ereignissen und den kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten des Landes

kurzfristig angestrebte Erfolge zur Stabilisierung der Situation im Vordergrund der Zusammenarbeit.
Nach der Eindämmung der kritischen Situation im Osten, nach dem Beginn zahlreicher Reformanstrengungen und mit der Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens können die langfristigen Perspektiven und die gemeinsamen Interessen der Ukraine und Deutschland als Teil Europas zunehmend in die Debatte mit eingeführt werden.

Doch die Annäherung an die Vielfalt, Buntheit und Gegensätzlichkeit der Ukraine dient nicht nur der Schärfung des Blicks für die langfristige Gestaltung der Beziehungen. Genauso dient es dem besseren Verständnis der zahlreichen politischen, zivilgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Initiativen und stärkt damit den gemeinsamen Willen zur Gestaltung der Beziehungen zwischen der Ukraine und Deutschland.

Seit dem Maidan ist die ukrainische Gesellschaft im Aufbruch – überall regen sich zivilgesellschaftliche Gruppen, um die überkommenen Strukturen zu überwinden und konsequent auf einem pro-europäischen Weg voranzuschreiten. Neben reformorientierten politischen Gruppen und Nichtregierungsorganisationen sind es nicht zuletzt Kultur- und Medienschaffende, die um eigenständige ukrainische Perspektiven ringen. Aber auch die Dynamik von jungen, kreativen Unternehmern, welche eigeninitiativ die mit der EU-Annährung verbundenen wirtschaftlichen Möglichkeiten nutzen, sind Teil des Wandels. Diesen gesellschaftlichen Aufbruch in seinen zahllosen Facetten und Auswirkungen auf die ukrainische Gesellschaft zu illustrieren, ist Ziel der Ukraine-Woche in Berlin.

Zielgruppen

Die einzelnen Elemente des Programms richten sich an Zielgruppen aus dem politischen Raum, an Meinungsführer, an Organisationen und Institutionen der Zusammenarbeit, an Medien und interessierte Öffentlichkeit. Durch die Programmbindung zu einer Ukraine-Woche eröffnet sich zudem die Möglichkeit, auch bei einer breiteren Öffentlichkeit Interesse für die Themen und die Akteure der Zusammenarbeit zu wecken.